Schlafapnoe: Wenn der Atem im Schlaf aussetzt

Viele Menschen wachen morgens unausgeruht auf – trotz scheinbar ausreichender Schlafdauer. Eine mögliche Ursache dafür ist die sogenannte Schlafapnoe. Diese weit verbreitete, aber häufig unerkannte Atemstörung kann sowohl die Lebensqualität als auch die Gesundheit erheblich beeinträchtigen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Schlafapnoe entsteht, welche Symptome darauf hinweisen und welche Behandlungsoptionen – auch kieferorthopädischer Art – infrage kommen.
Was ist Schlafapnoe?
Unter Schlafapnoe (auch: obstruktives Schlafapnoesyndrom, OSAS) versteht man wiederkehrende Atemaussetzer während des Schlafs. Diese entstehen meist durch eine Blockade der oberen Atemwege – etwa durch erschlafftes Gewebe im Rachenraum. Die Folge: Der Luftstrom wird unterbrochen, die Sauerstoffzufuhr sinkt und der Körper reagiert mit einem kurzen Aufwachen, oft ohne dass es bewusst wahrgenommen wird.
Solche nächtlichen Atemaussetzer können sich mehrfach pro Stunde wiederholen und verhindern einen erholsamen Schlaf. In vielen Fällen wird die Erkrankung erst spät erkannt – häufig durch Angehörige, die unregelmäßiges Schnarchen oder Atempausen bemerken.
Obwohl Schlafapnoe grundsätzlich bei beiden Geschlechtern auftreten kann, sind Männer deutlich häufiger betroffen. Studien zeigen, dass Männer etwa zwei- bis dreimal so häufig an obstruktiver Schlafapnoe leiden wie Frauen.
Typische Symptome der Schlafapnoe
Zu den häufigsten Beschwerden zählen:
- Lautes, unregelmäßiges Schnarchen
- Tagesmüdigkeit trotz vermeintlich ausreichender Schlafdauer
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Morgendliche Kopfschmerzen
- Nächtliches Schwitzen
- Mundtrockenheit beim Aufwachen
- Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
Treten mehrere dieser Symptome regelmäßig auf, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Gesundheitsrisiken durch unbehandelte Schlafapnoe
Unbehandelt kann Schlafapnoe schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, insbesondere für das Herz-Kreislauf-System. Zu den möglichen Risiken zählen:
- Erhöhter Blutdruck
- Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt
- Schlaganfall
- Typ-2-Diabetes
- Chronische Erschöpfung
- Erhöhtes Unfallrisiko durch Sekundenschlaf
Daher sollte eine entsprechende Schnarchtherapie nicht hinausgezögert werden.
Wie wird Schlafapnoe diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Untersuchung im Schlaflabor oder mithilfe eines mobilen Messgeräts für zuhause. Dabei werden unter anderem Atmung, Sauerstoffsättigung, Puls und Schlafphasen aufgezeichnet. Eine wichtige Kenngröße ist der sogenannte Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI), der angibt, wie viele Atemaussetzer pro Stunde auftreten.
Behandlungsmöglichkeiten bei Schlafapnoe
Je nach Schweregrad stehen verschiedene Behandlungsformen zur Verfügung:
GdB bei Schlafapnoe: Wann liegt eine Behinderung vor?
Bei einer diagnostizierten Schlafapnoe kann unter bestimmten Umständen ein Grad der Behinderung (GdB) anerkannt werden. Die Entscheidung darüber trifft das zuständige Versorgungsamt auf Grundlage der vorliegenden ärztlichen Befunde.
- Bei leichter Schlafapnoe wird in der Regel kein GdB anerkannt.
- Bei mittelgradiger Schlafapnoe mit nachgewiesener Tagesmüdigkeit oder Sekundenschlaf kann ein GdB von 20–30 in Betracht kommen.
- Bei schwerer Schlafapnoe mit deutlichen Einschränkungen im Alltag ist auch ein GdB von 50 oder mehr möglich.
Ein anerkannter GdB kann steuerliche Erleichterungen und weitere Nachteilsausgleiche mit sich bringen.
Kieferorthopädische Hilfe und Beratung bei Schlafapnoe
Im Rahmen der ganzheitlichen Kieferorthopädie bieten wir Ihnen in unseren kieferorthopädischen Fachzahnarztpraxen in Bochum und Wattenscheid moderne Diagnostik und Therapien. Die Behandlung verläuft individuell und beinhaltet beispielsweise Schienen zur Behandlung leichter bis mittelgradiger Formen der Schlafapnoe.
Wir beraten Sie umfassend und persönlich, gerne auch interdisziplinär in Zusammenarbeit mit schlafmedizinischen Fachärzten. Vereinbaren Sie einen Termin und erfahren Sie mehr über Ihre individuellen Behandlungsmöglichkeiten.
